WSA Career Navigator Travel Grant für Hui Liu, Frida Pallapies und Nicole Ellen Wells

Teilnahme an der 15. Water Research Horizon Conference

Hui Liu, Frida Pallapies und Nicole Ellen Wells nahmen an der 15. Water Research Horizon Conference (WRHC 2025) in Bochum am 29.–30. September 2025 teil, die interdisziplinäre Expert:innen zusammenbrachte, um Umwelt-, soziale und infrastrukturelle Herausforderungen in städtischen Wassersystemen zu diskutieren. Die Konferenz bot eine Plattform zur Erkundung nachhaltiger städtischer Wasserbewirtschaftung, Klimaresilienz, Kreislaufwirtschaftslösungen und innovativer Monitoring-Methoden.

Hui Liu, die im Bereich urbane Wasserressourcenmanagement arbeitet, erhielt wertvolle Einblicke durch Keynote-Vorträge wie „Managing Urban Flood Risk and Building Resilience in a Changing Climate“ von Professor Qiuhong Tang und „Tracing Biodiversity Trajectories with Environmental DNA Methods“ von Professor Florian Leese. Hui präsentierte ein Poster zu Gesundheitsrisiken durch Spurenelemente in städtischen Trinkwasserquellen chinesischer Städte und erhielt dabei hilfreiches Feedback, das sowohl die Präsentation als auch die Forschungsperspektive stärkte. Praktische Modelle wie das Riverlandscape Flood Model und das Virtual Sandbox Model vertieften das Verständnis für die Auswirkungen von städtischen Überschwemmungen. Workshops zur Wissenschaftskommunikation unter Leitung von Martha Wingen („HochwasserTok“) verbesserten zudem die Fähigkeit, komplexe Forschungsergebnisse einem breiten Publikum verständlich zu vermitteln.

Frida Pallapies, die sich auf städtische Wassersysteme und Nachhaltigkeit konzentriert, beschäftigte sich mit Themen wie Sponge Cities, dem Potenzial städtischer Gewässer für Energieproduktion und verschiedenen Monitoring-Programmen. Sie beteiligte sich aktiv an Diskussionen über klimaresiliente, nachhaltige und gesundheitsfördernde urbane Transformationen. Frida profitierte außerdem von Workshops zur Wissenschaftskommunikation, in denen sie lernte, komplexe Themen verständlich aufzubereiten und prägnante Präsentationen für die öffentliche Ansprache zu entwickeln.

Nicole Ellen Wells, die zur Ökosystemgesundheit forscht, präsentierte ein Poster über kostengünstige Bioassays zur Bewertung aquatischer Ökosysteme und erkundete innovative Tools wie das Riverlandscape Flood Model und das Virtual Sandbox Model. Nicole betonte den interdisziplinären Austausch mit anderen Doktorand:innen und Expert:innen und gewann dabei wertvolle Einblicke in städtisches Überschwemmungsmodellierung, Biodiversitätsmonitoring und Strategien, Forschungsergebnisse mit gesellschaftlichen Bedürfnissen zu verknüpfen.

Insgesamt bereicherte die Teilnahme an der WRHC 2025 das wissenschaftliche Wissen von Hui, Frida und Nicole, förderte die interdisziplinäre Zusammenarbeit und stärkte ihre Fähigkeiten in Präsentation und Wissenschaftskommunikation – und legte so eine solide Grundlage für die Weiterentwicklung ihrer jeweiligen Promotionsprojekte in den Bereichen nachhaltige urbane Wasserbewirtschaftung, Biodiversität und Ökosystemgesundheit.


WSA Career Navigator Reisestipendium für Abdul Waheed, Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), Berlin

Teilnahme an der 4. Mega-Delta-Konferenz und erstehandbeobachtungen im Indus-Delta und Präsentation seines Papers „Wie das Wassermanagement-Paradigma aus der Kolonialzeit die Krise im Indus-Delta prägt“

Abdul Waheed, Doktorand am Leibniz-Institut für Binnenfischerei und Süßwasserökologie (IGB), nahm an der 4. Mega-Delta-Konferenz teil: Internationale Konferenz zum Dialog zwischen Land und Meer in Shanghai. Im Fokus dieser Konferenz standen in diesem Jahr die großen asiatischen Flüsse, wodurch Abdul die Gelegenheit bekam, mit globalen Wissenschaftlern, Politikern und Praktikern, die an (asiatischen) Deltasystemen arbeiten, in Kontakt zu treten.

Nachdem er historische Wassermanagement-Praktiken im Indus-Becken untersucht und deren anhaltende sozioökonomischen und ökologischen Auswirkungen analysiert hatte, wurde er eingeladen, eine Fallstudie über das Indus-Delta für den UNCCRD-Weißbuchbeitrag zu verfassen. Auf der Konferenz initiierte Abdul Diskussionen über mögliche kooperative Veröffentlichungen in der Zeitschrift Anthropocene Coasts und stärkte seine akademischen und beruflichen Verbindungen zu internationalen Wissenschaftlern, die im Bereich der Delta-Resilienz und politischen Förderung tätig sind.

Nach der Konferenz besuchte Abdul einen Projektstandort im Indus-Delta, wo er ökologische Veränderungen nach einer Hochwasserlage im Einzugsgebiet überwachte. Darüber hinaus integrierte Abdul aktuelle Beobachtungen mit Daten aus früheren Feldarbeiten. Dies ermöglichte es ihm, neue Herausforderungen und Chancen für die Renaturierung des Deltas und ein nachhaltiges Management zu identifizieren. Auf der Internationalen Wasser-Konferenz in Karatschi präsentierte er seine Forschungsergebnisse zum Indus-Delta und erweiterte sein berufliches Netzwerk unter pakistanischen Wissenschaftlern, Wasserexperten und politischen Entscheidungsträgern.

Nach der Konferenz führte Abdul Gespräche mit Regierungsbeamten, Umweltexperten und Vertretern der lokalen Gemeinschaft, um Partnerschaften für den Aufbau von Resilienz und die Unterstützung der lokalen Bevölkerung zu identifizieren sowie Beiträge für das erwähnte UNCCRD-Weißbuch zu suchen. Zweifellos wird das vertiefte Engagement in internationalen und nationalen Bemühungen um den nachhaltigen Schutz von Deltas und die gestärkte Forschungskapazität Abdul helfen, bedeutende Beiträge zu globalen Anstrengungen im Wassermanagement und der Umweltpolitik zu leisten.


WSA Career Navigator Reiseunterstützung für Yvonne Schadewell von der AG Aquatische Ökosystemforschung, Universität Duisburg-Essen

Verbindung von Biologie und Hydrologie auf der EGU25 General Assembly
Während der Sitzung „Die unsichtbaren Kontrollen der Einzugsgebiets-Hydrologie: Speicherung, Flüsse und Wechselwirkungen im Untergrund“ präsentierte Yvonne Schadewell ihren Posterbeitrag mit dem Titel „Nutzen der eDNA-Biodiversitätsbewertung zur Verbesserung der Rekonstruktion von Untergrundwasserfließwegen“. Als Biologin in einem hydrologischen Forschungsprojekt konnte sie damit ihre Arbeit in einem interdisziplinären Kontext vorstellen. Diese Kombination weckte Neugier und führte zu lebhaften Diskussionen. Für sie war die EGU25 General Assembly eine großartige Gelegenheit, wertvolles Feedback zu erhalten, ihr Netzwerk zu erweitern und neue Ideen zu gewinnen, die ihr bei der Weiterentwicklung ihrer Forschung helfen werden.

Darüber hinaus war Yvonne Co-Konvenorin der Sitzung „Brücken schlagen zwischen Hydrologie, Biogeochemie und Ökologie in Flussnetzwerken und Einzugsgebieten: Innovationen in ökohydrologischen Prozessen und biologischen Tracern für Wasser- und Sedimentbewegung“. Mit 10 mündlichen Präsentationen und 13 Posterbeiträgen war es für sie inspirierend zu sehen, wie viele Forscher:innen ebenfalls an diesem Schnittpunkt der Disziplinen arbeiten.

Angesichts ihres Hintergrunds in der eDNA-Forschung war es für Yvonne ein Highlight, eine Splinter-Sitzung mit dem Titel „Tracing with Biology: Connect with others who are using eDNA, Carbon, Diatoms, etc. to get to the bottom of water and sediment movement“ zu organisieren und durchzuführen. Die informelle Format dieser Sitzung ermöglichte einen offenen und sinnvollen Austausch an der Spitze dieses spannenden interdisziplinären Feldes. Im Anschluss an diese Sitzung entstand eine Zusammenarbeit bei der Beantragung von Fördermitteln.

Neben der Teilnahme an den zahlreichen Sitzungen bot die Konferenz Yvonne die Gelegenheit, eine Vielzahl faszinierender Vorträge und Präsentationen aus verschiedenen Disziplinen zu hören, die ihre eigene Arbeit inspirierten, bestehende Kooperationen stärkten und neue Verbindungen knüpften.


WSA Career Navigator Forschungsaufenthalt für Andreas Limberger, Technische Universität Darmstadt

Aufdeckung kryptischer Diversität bei der Süßwasser-Amphipode Synurella ambulans an der Universität Duisburg-Essen

Süßwasser-Amphipoden werden zunehmend für ihre kryptische Diversität erkannt, was die Artbestimmung und die Bewertung der Biodiversität erschwert. Um diese verborgenen Muster zu untersuchen, absolvierte Andreas Limberger einen Forschungsaufenthalt an der Universität Duisburg-Essen, unterstützt durch den Water Science Alliance Career Navigator, mit Schwerpunkt auf der rätselhaften Amphipode Synurella ambulans.

Trotz ihrer weiten Verbreitung in Europa zeigt S. ambulans ein bemerkenswert diskontinuierliches Vorkommen: Sie ist in Ost- und Südosteuropa weit verbreitet, wurde jedoch in Mitteleuropa erst kürzlich an einzelnen Standorten nachgewiesen. Ihre geringe Körpergröße und subtilen diagnostischen Merkmale haben möglicherweise zu ihrer Unterrepräsentation in routinemäßigen Biomonitoring-Programmen beigetragen. Während seines Aufenthalts führte Andreas unter der Betreuung von Dr. Kamil Hupało in Zusammenarbeit mit Forschenden der Goethe-Universität Frankfurt eine europaweite phylogeografische Analyse anhand molekularer Marker durch. Durch die Untersuchung von Proben sowohl aus lang etablierten als auch aus neu entdeckten Populationen zielt seine Arbeit darauf ab, zu klären, ob die mitteleuropäischen Vorkommen Relikte einer postglazialen Ausbreitung oder Folge jüngster anthropogener Einführungen darstellen und ob S. ambulans ein kryptisches Artkomplex bildet.

Neben der wissenschaftlichen Analyse sammelte Andreas praktische Erfahrungen in molekularen DNA-Methoden und in der Modellierung von Artenverbreitungen von Amphipoden. Außerdem präsentierte er seine vorläufigen Ergebnisse in Form eines Posters auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Limnologie (DGL), wo seine Ergebnisse auf großes Interesse stießen und zu lebhaften Diskussionen unter nationalen und internationalen Expert:innen führten. Diese Austausche haben bereits zu Folgeanalysen unter Verwendung nuklearer Marker und zur Planung einer gemeinsamen wissenschaftlichen Publikation geführt.

Wir freuen uns sehr darüber, dass dieser Forschungsaufenthalt Andreas methodische Fähigkeiten gestärkt, sein wissenschaftliches Netzwerk erweitert und einen wichtigen Meilenstein in seiner akademischen Entwicklung markiert hat.


WSA Career Navigator Reisestipendium für Dr. Afroditi Grigoropoulou, Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), Berlin

Weiterentwicklung offener Daten und integrativer Werkzeuge für die Süßwasser-Biodiversitätsforschung auf der Living Data Conference 2025, Bogotá (Kolumbien)

Offene Daten, Interoperabilität und kollaborative digitale Infrastrukturen sind zunehmend unverzichtbar, um globale Herausforderungen im Bereich der Biodiversität zu adressieren. Mit Unterstützung des Water Science Alliance Career Navigator nahm Dr. Afroditi Grigoropoulou an der Living Data Conference 2025 in Bogotá, Kolumbien, teil – einem internationalen Forum, das Forschende, Datenwissenschaftler:innen und politische Entscheidungsträger:innen an der Schnittstelle von Biodiversitätsinformatik und Naturschutz zusammenbringt.

Während der Konferenz präsentierte Dr. Grigoropoulou einen mündlichen Beitrag zu Open-Science-Ansätzen zur Bewertung der globalen Biodiversität aquatischer Insekten. Der Vortrag stellte zentrale Ergebnisse aus der Promotionsforschung vor und zeigte auf, wie offen zugängliche, integrative Datensätze genutzt werden können, um makroökologische Analysen von Süßwasserinsekten voranzubringen. Die Präsentation regte einen intensiven Austausch mit einem internationalen Publikum an, darunter Forschende mit Fokus auf Flusskonnektivität und großskalige Datenintegration.

Darüber hinaus konzipierte und leitete Dr. Afroditi Grigoropoulou gemeinsam mit Kolleg:innen einen dreistündigen praxisorientierten Workshop zur Integration von Süßwasser-Biodiversitätsdaten mit hochauflösenden hydrographischen Datensätzen. Der Workshop führte die Teilnehmenden in globale Datensätze und Werkzeuge ein, die am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) entwickelt wurden, darunter Workflows mit der GeoFRESH-Plattform und dem R-Paket hydrographr. Anhand praktischer Übungen lernten die Teilnehmenden, hydrographische und umweltbezogene Daten auf Sub-Einzugsgebietsebene zu verarbeiten und in Modellen zur Artenverbreitung sowie in Konnektivitätsanalysen anzuwenden. Eine Fallstudie aus dem Einzugsgebiet des Magdalena-Flusses veranschaulichte einen von den Teilnehmenden entwickelten Konnektivitäts-Workflow, der netzwerkbasierte Distanz- und Zentralitätsmetriken nutzt.

Der Workshop stieß auf großes Interesse und lieferte wertvolles Feedback, das zur weiteren Verbesserung der Werkzeuge und Schulungsformate beiträgt. Insgesamt stärkte die Teilnahme an der Living Data Conference die internationale Sichtbarkeit offener, skalierbarer Ansätze in der Süßwasser-Biodiversitätsforschung, erweiterte das berufliche Netzwerk der Teilnehmerin und unterstützte ihre Karriereentwicklung in einer frühen Forschungsphase.


WSA Career Navigator Reisestipendium für Dr. Twan Stoffers, Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), Berlin

International Symposium on River Science 2025 + Exkursion, Kalifornien (USA)

Die Renaturierung von Fließgewässern ist weltweit eine zentrale Strategie zur Förderung der Biodiversität in Süßwasserökosystemen. Ihre Wirksamkeit hängt jedoch stark vom ökologischen und landschaftlichen Kontext ab. Zum Austausch über diese Herausforderungen und zur Präsentation seiner Forschung nahm Dr. Twan Stoffers, unterstützt durch den Water Science Alliance Career Navigator, am International Symposium on River Science (ISRS) an der University of California, Davis, teil.

Auf dem Symposium stellte Dr. Stoffers Ergebnisse einer groß angelegten europaweiten Bewertung der Wirksamkeit von Fließgewässerrenaturierungen für Fische vor. Die Analyse basiert auf Daten aus mehr als 560 Renaturierungsmaßnahmen in 12 Ländern. Sein Beitrag führte zu lebhaften Diskussionen darüber, wie lokale und regionale Einflussfaktoren die Renaturierungserfolge prägen und inwiefern europäische Erfahrungen zur Weiterentwicklung von Flussmanagement- und Renaturierungsstrategien in Nordamerika beitragen können. Das Symposium brachte eine internationale Gemeinschaft von Wissenschaftler:innen und Praktiker:innen zusammen, die an der Schnittstelle von Flussökologie, Renaturierung und Management arbeiten, und bot wertvolle Möglichkeiten für fachlichen Austausch und Vernetzung.

Über die Konferenz hinaus nahm Dr. Stoffers an einer Exkursion zu Fließgewässern in der Nähe von Ukiah im Norden Kaliforniens teil, darunter auch Laichhabitate von Lachsen. Die direkte Erfahrung dieser Gewässersysteme vermittelte eine wichtige praxisnahe Perspektive und bereicherte den Austausch mit internationalen Kolleg:innen in einem informellen Rahmen.

Wir freuen uns sehr darüber, dass die Teilnahme am ISRS und die begleitende Exkursion die internationale Ausrichtung von Dr. Stoffers’ Forschung gestärkt, neue Kooperationen angestoßen und seine Karriereentwicklung an der Schnittstelle von Wissenschaft, Renaturierungspraxis und Politik unterstützt haben.


WSA Career Navigator Reisestipendium für Felina Schwalm, Universität Freiburg

Exkursion zum Forest Laboratory Zürich (Schweiz)

Waldökosysteme spielen eine zentrale Rolle bei der Regulation hydrologischer und biogeochemischer Kreisläufe. Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit zum hydrologischen Stickstofftransport in einem Waldökosystem untersucht Felina Schwalm, wie sich Stickstoffkonzentrationen entlang des Wasserpfades von Niederschlag und Bestandesniederschlag über das Bodenwasser bis hin zum Abfluss im Einzugsgebiet verändern. Unterstützt durch den Water Science Alliance Career Navigator besuchte sie das Forest Laboratory Zürich, um einen direkten Einblick in die Herkunft des in ihrer Arbeit verwendeten Datensatzes zu erhalten.

Das Forest Laboratory, ein 1,5 km² großes Forschungswaldgebiet zwischen Zürich-Höngg und Affoltern, beherbergt eine Vielzahl von Langzeitmessungen zu ökologischen, hydrologischen und klimatischen Prozessen. Während ihres Besuchs lernte Felina die umfangreiche Messinfrastruktur kennen, darunter baumbasierte Sensoren, Bodenfeuchtesammler, Eddy-Fluss-Messstationen sowie experimentelle Versuchsflächen zur Untersuchung der Waldzusammensetzung unter Klimawandelbedingungen. Die Betrachtung der Messaufbauten vor Ort ermöglichte es ihr, die theoretische Datenanalyse unmittelbar mit praktischen Feldmethoden zu verknüpfen und methodische Fragen zu klären, etwa zur Kalibrierung von Bestandesniederschlagsmessungen oder zur Tiefenauflösung der Bodenwasserprobenahme.

Der fachliche Austausch mit den vor Ort tätigen Forschenden, insbesondere mit Dr. Marius Floriancic, lieferte wertvolle wissenschaftliche Impulse und neue Perspektiven für ihre Bachelorarbeit. In diesen Gesprächen wurde deutlich, dass der Datensatz nicht nur Vergleiche von Stickstoffkonzentrationen an einzelnen Messpunkten erlaubt, sondern auch die Analyse von Veränderungen entlang eines vertikalen Waldprofils – vom Kronendach bis zum Grundwasser.

Über die wissenschaftlichen Erkenntnisse hinaus erlebte Felina auch die enge Verzahnung von interdisziplinärer Forschung und Wissenschaftskommunikation am Forest Laboratory. Die Beobachtung einer öffentlichen Outreach-Veranstaltung für Kinder und Familien zeigte eindrucksvoll, wie komplexe Forschungsergebnisse wirkungsvoll an eine breite Öffentlichkeit vermittelt werden können.

Wir freuen uns sehr darüber, dass dieser Feldbesuch die wissenschaftliche Grundlage von Felinas Bachelorarbeit gestärkt, neue Impulse für ihre akademische Entwicklung gegeben und wertvolle Einblicke in das Zusammenspiel von Forschung und öffentlicher Vermittlung ermöglicht hat.


WSA Career Navigator Reisestipendium für Luan Farias von der Arbeitsgruppe Aquatische Ökologie, Universität Duisburg-Essen

International Society for Ecological Modelling Global Conference 2025, Kashiwa-no-ha (Japan)

Die ökologische Modellierung ist ein zentrales Instrument, um komplexe Umweltdaten in fundierte Entscheidungen für das Ökosystemmanagement zu übersetzen. Zum Austausch über aktuelle Entwicklungen auf diesem Gebiet und zur Präsentation seiner Promotionsforschung nahm Luan Farias an der Global Conference 2025 der International Society for Ecological Modelling in Kashiwa-no-ha, Japan, teil. Ermöglicht wurde die Teilnahme durch die Unterstützung des Water Science Alliance Career Navigator. Mit rund 450 Teilnehmenden war dies die bislang größte Ausgabe der Konferenz und brachte Forschende aus aller Welt zusammen.

Auf der Konferenz präsentierte Luan sowohl ein Poster als auch einen Vortrag, in denen zentrale Aspekte seines Promotionsprojekts vorgestellt wurden. Sein Poster zeigte einen mechanistischen Modellierungsansatz zur Vorhersage der Dynamik des gelösten Sauerstoffs in Fließgewässern unter expliziter Berücksichtigung des Einflusses von Salinität und Temperatur. In seinem mündlichen Beitrag nutzte er ein Energiebilanzmodell, um zu untersuchen, wie mehrere miteinander interagierende Umweltstressoren physiologische Prozesse und Lebensverlaufsmerkmale des Dreistachligen Stichlings (Gasterosteus aculeatus) beeinflussen. Beide Beiträge führten zu anregenden fachlichen Diskussionen und lieferten wertvolles Feedback zu methodischen Ansätzen sowie zu weiterführenden wissenschaftlichen Implikationen.

Über die eigenen Präsentationen hinaus bot das Konferenzprogramm einen breiten Überblick über neue und etablierte Trends in der ökologischen Modellierung, darunter der Einsatz digitaler Zwillinge, fortgeschrittener Machine-Learning-Methoden und datengetriebener Entscheidungsunterstützungssysteme. Zudem nahm Luan an einem praxisorientierten Workshop zu individualbasierten und agentenbasierten Modellen teil und gewann dabei wertvolle Einblicke in diesen Ansatz und seine Anwendungen mithilfe der Software NetLogo.

Wir freuen uns sehr darüber, dass die Teilnahme an der Konferenz die wissenschaftliche Basis von Luans Promotionsprojekt gestärkt, sein internationales Netzwerk erweitert und seine berufliche Entwicklung in einer frühen Karrierephase nachhaltig unterstützt hat.